Thomas Schremmer MdL

Sprecher für Arbeitsmarkt, Gesundheit, Psychiatrie, Soziales, Demographie, Bauen und Wohnen

Elke Twesten: Recht auf Abtreibung vs. Religion und Gewissen?

Darum geht es

Eine Klinik in Dannenberg hat gestern (Montag) verkündet, keine Abtreibungen aufgrund einer sozialen Indikation mehr vornehmen zu wollen. Der neue Chefarzt der Gynäkologie beruft sich auf seinen christlichen Glauben und sein Gewissen.

Das sagen die Grünen

Elke Twesten, frauenpolitische Sprecherin

„Nicht umsonst heißt es „Schwangerschaftskonfliktberatung“, denn keine schwangere Frau entscheidet sich leichtfertig gegen ein Kind. Sie möchte aber, wenn sie sich für einen Abbruch entscheidet, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für diesen nicht unerheblichen Eingriff haben. Wenn eine Frau sich für eine stationäre Abtreibung entscheidet, muss diese vor Ort möglich sein. Es gibt viele Gründe, für einen solchen Eingriff ein Krankenhaus aufzusuchen – von der besseren medizinischen Versorgung bis hin zur psychosozialen Betreuung.“

„Die Dannenberger Klinik schlägt den Betroffenen die Tür vor der Nase zu. Nach der Reform des Abtreibungsparagrafen in den 1990er Jahren liegt es in der Verantwortung der Frauen, zu entscheiden, ob sie ein Kind behalten wollen oder nicht. Es ist nicht Sache einer Klinik, die Versorgung der Frauen abzulehnen.“

Thomas Schremmer, gesundheitspolitischer Sprecher

„Nach der Schaumburger Klinik ist das jetzt innerhalb kurzer Zeit der zweite Fall in Niedersachsen, dass eine Klinik ihr Angebot für die Frauen einschränkt. Natürlich steht jedem Arzt und jedem Klinikbetreiber zu, sich auf sein Gewissen zu berufen. Genauso, wie es den öffentlichen Trägern zusteht, ihre Verantwortung wahrzunehmen und ausschließlich dem Unternehmen den Zuschlag zu erteilen, dass das volle Angebot vorhält – einschließlich der Abtreibungen.

Hintergrund

Der neue Chefarzt der Gynäkologie in der Dannenberger Klinik hat seine Arbeit im Dezember aufgenommen und mit seinem Amtsantritt verkündet, keine Abtreibungen vornehmen zu wollen. Die Klinikleitung steht hinter dem neuen Kurs. Im vergangenen Jahr hatte es in der Dannenberger Klinik 31 Schwangerschaftsabbrüche gegeben. Die Beratungsstelle Pro Familia Niedersachsen reagiert entsetzt.


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