Thomas Schremmer MdL

Sprecher für Arbeitsmarkt, Gesundheit, Psychiatrie, Soziales, Demographie, Bauen und Wohnen

Schiedsspruch wird erwartet

Hebammen verdienen viel mehr, als sie bekommen

Der Niedersächsische Landtag hat in seiner heutigen Sitzung auf Initiative der GRÜNEN über die unverändert besorgniserregende Situation der Hebammen debattiert. Anlass ist ein Schiedsspruch, der in dieser Woche über die Vergütung von Beleghebammen entscheidet.

 

„Von dieser Entscheidung hängt viel ab“, so der gesundheitspolitische Sprecher der Landtagsgrünen, Thomas Schremmer. „Durch den Schiedsspruch könnte das geburtshilfliche Angebot durch Beleghebammen und damit die Wahlfreiheit werdender Eltern massiv eingeschränkt werden. Unser Ziel sollte es sein, die Ansiedlung von Geburtshäusern und ein flächendeckendes Angebot von Hebammen gerade auch im ländlichen Raum sicherzustellen. Dafür ist vor allem eine Lösung der Haftpflichtversicherungsfrage für GeburtshelferInnen sowie eine Neuausrichtung der Finanzierung der Geburtshilfe mit den Kliniken unerlässlich.“

 

Die geringe Vergütung in Kombination mit den immer noch hohen Haftpflichtversicherungsprämien führt jedoch dazu, dass entsprechende Angebote nur begrenzt zur Verfügung stehen und werdende Eltern im Zweifelsfall gegen ihren ausdrücklichen Wunsch in einer Klinik entbinden müssen.

 

„Die außerklinische Geburtshilfe wird mittlerweile so stark nachgefragt, dass beispielsweise das Geburtshaus Eilenriede eine enorm lange Warteliste hat und auch das in Gründung befindliche Geburtshaus Herrenhausen sich keine Sorgen über die Auslastung machen muss – ganz genauso ergeht es den verbliebenen freiberuflichen Hebammen in der Region“, schildert Thomas Schremmer die Situation.

 

Die Entscheidung über den Entbindungsort ist jedoch bei Weitem nicht nur eine über das Wunsch- und Wahlrecht von PatientInnen, sie hat auch eine frauenpolitische Dimension: „Eine Geburt ist ein für jede Frau prägendes und sehr intimes Ereignis. Es ist Aufgabe der Politik, werdenden Müttern ein Höchstmaß an Selbstbestimmung zu ermöglichen“, der Landtagsabgeordnete weiter. „Wir appellieren daher an die zuständige Bundesregierung, endlich für eine ausreichende Hebammenversorgung und eine angemessene Vergütung zu sorgen. Auch die Problematik der Haftpflichtversicherung ist nur vorerst vom Tisch – Hebammen jedoch brauchen eine langfristige Perspektive!“



Zurück zum Archiv

Aktionen & Kampagnen